Von der Kanutour bis zum Stahlwindrad: 400 Kinder bei den Erndtebrücker Ferienspielen

Arbeitskreis Ferienspiele stellte 45 Angebote für sechs Ferienwochen zusammen – Kinder bedankten sich mit selbst gestalteten Leinwänden

Erndtebrück. Zwölf Kilometer im Kanu auf der Lahn, ein selbst gebautes Stahlwindrad und ein Mittagessen über offenem Feuer: Rund 400 Kinder haben in diesem Sommer an den Erndtebrücker Ferienspielen teilgenommen. Der Arbeitskreis Ferienspiele stellte für die sechs Ferienwochen ab Ende Juli 45 Angebote zusammen – mehr Veranstaltungen als in den vergangenen Jahren. Erstmals kamen dabei auch die neu angeschafften Kleinspielfelder am Pulverwald zum Einsatz.

Den Auftakt machte gleich am ersten Ferientag der Ausflug ins Phantasialand. Um 08:30 Uhr startete der Bus mit 40 Kindern. Andere Angebote führten hinter die Kulissen vertrauter Orte. An zwei Vormittagen erlebten Kinder im Eiscafé Dolomiti mit, wie Eis hergestellt wird.

Vom 27. bis 31. Juli griffen die Kinder auf dem Erndtebrücker Bauspielplatz selbst zu Hammer und Säge. In Gruppen bauten sie eigenständig Hütten aus Holz – gehämmert, geschraubt und gesägt haben sie dabei selbst. Am 1. August zeigten sie ihre Meisterwerke bei einer Abschlussparty ihren Familien. Organisiert hat den Bauspielplatz der Jugendtreff LogIn, das tägliche Mittagessen spendete die Zukunftsstiftung „Unser Erndtebrück“.

Sportlich ging es auf dem Wasser und auf der Rennstrecke zu: Die Kanutour führte über zwölf Kilometer von Aumenau nach Runkel, im Anschluss stärkten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei gegrillten Würstchen und Getränken. Beim Kartrennen des EMC Erndtebrück erhielt am Ende jede Fahrerin und jeder Fahrer eine Medaille und eine Urkunde. Bewegung boten außerdem Yoga, Angebote des Fitness-Point Erndtebrück sowie Bogen- und Red-Dot-Schießen.

Bei den Familienangeboten stand das Selbermachen im Mittelpunkt. Beim Programm „Kochen wie im Mittelalter“ entzündeten Kinder und Eltern das Feuer auf traditionelle Weise, sammelten einen Teil der Zutaten selbst und bereiteten daraus über offener Flamme ein Gericht zu, das sie anschließend gemeinsam aßen. Im „Survivalkurs“ lernten Familien, wie sie sich im Wald orientieren, wärmen und verstecken und wie sie sich mit einfachen Hilfsmitteln selbst helfen können.

Handwerkliches Geschick verlangte das Angebot der EEW-Auszubildenden: Gemeinsam mit ihnen schnitten die Kinder Bleche zu, bogen sie in Form, lackierten sie und bauten daraus eigene Stahlwindräder.

Aus einem der kreativen Angebote entstand in diesem Jahr eine besondere Aktion. Heidelore Hoefgen von den Landfrauen hatte gleich drei kreative Angebote vorbereitet: Neben dem Bemalen von Holzbrettchen, Tassen und T-Shirts gestalteten mehrere Kinder gemeinsam große Leinwände. „Dann habe ich gesagt: Wie wäre es, wenn wir uns in diesem Jahr mal bedanken?“, erzählt Hoefgen. Die Idee kam bei den Kindern an. So entstanden Bilder unter anderem für das LogIn, die Grundschule, den örtlichen Hausarzt sowie für Bürgermeister und Gemeindeverwaltung. Die Kinder wollten damit Danke sagen für die Unterstützung im Alltag und für das Engagement rund um die Ferienspiele.

Die fertigen Werke sind inzwischen übergeben. Elli, Lotta und Thilo brachten das Bild für die Gemeinde gemeinsam mit Heidelore Hoefgen persönlich im Büro von Bürgermeister Henning Gronau vorbei.

„45 Angebote in sechs Wochen entstehen nicht von allein. Dahinter stehen Vereine, Betriebe, Höfe und viele Ehrenamtliche, die ihre Zeit einbringen. Dafür möchte allen, die sich eingebracht haben, einen herzlichen Dank aussprechen. Dass die Kinder sich am Ende auch mit selbst gemalten Bildern bedanken, sagt mehr über dieses Programm aus als jede Teilnehmerzahl“, sagt Bürgermeister Henning Gronau.

Begegnungen mit Tieren ermöglichten mehrere regionale Veranstalter: Auf dem Naturhof Jochen Born, dem Biohof Meyer Böhl und dem Bauernhof Menn lernten die Kinder das Leben auf einem Bauernhof kennen. Sie fütterten und streichelten Kühe, Hühner, Ziegen, – und Nandus, große flugunfähige Laufvögel aus Südamerika. Auf dem Hof Grünewald und beim LRFV Aue-Wingeshausen standen Pferde und das Reiten im Mittelpunkt.

Über die Gemeinde Erndtebrück

Erndtebrück liegt im Kreis Siegen-Wittgenstein im Rothaargebirge an der Eder, rund 20 Kilometer nordöstlich von Siegen. Zur Gemeinde gehören neben dem Kernort acht weitere Ortsteile: Balde, Benfe, Birkefehl, Birkelbach, Röspe, Schameder, Womelsdorf und Zinse. Auf einer Fläche von rund 71 Quadratkilometern leben etwa 6800 Menschen. Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz in der Talstraße 27 in 57339 Erndtebrück.

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