Ministerin Ina Scharrenbach zu Besuch in Erndtebrück

NRW-Ministerin Ina Scharrenbach besuchte auf Einladung von Bürgermeister Henning Gronau die Gemeinde Erndtebrück. Im Mittelpunkt des Besuchs standen das geplante genossenschaftliche Wohnprojekt „vielleben Erndtebrück“ auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks sowie die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofs. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Projektträgern wurden aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Fördermöglichkeiten thematisiert.

Neben Bürgermeister Henning Gronau und den Fraktionsvorsitzenden Michael Rothenpieler (SPD), Markus Killer (CDU) und Olaf Kettler (UWG) nahmen auch die CDU-Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach sowie verschiedene Projektträger am Austausch teil.

„vielleben Erndtebrück“ nimmt Fahrt auf

Erste Station des Besuchs war das Gelände des ehemaligen Sägewerks Erndtebrück. Dort entsteht mit „vielleben Erndtebrück“ ein innovatives Projekt für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen im ländlichen Raum. Das Vorhaben war zunächst unter dem Arbeitstitel „KoDorf Erndtebrück“ bekannt und nimmt nun unter seinem finalen Namen weiter konkrete Formen an.

Patric F. C. Meier, Vorstandsmitglied der vielleben eG, stellte den aktuellen Planungsstand vor und erläuterte der Ministerin sowie den weiteren Beteiligten die nächsten Schritte. Geplant ist ein Dorf mit insgesamt 23 kompakten und nachhaltig errichteten Häusern mit Wohnflächen zwischen 36 und 64 Quadratmetern. Das ehemalige Sägewerk soll dabei als gemeinschaftlicher Mittelpunkt des Projektes dienen und unter anderem Raum für Gemeinschaft, Bewegung und Coworking bieten. Bei einem Rundgang konnte sich Ministerin Scharrenbach vor Ort ein Bild von den räumlichen Gegebenheiten und den bisherigen Planungen machen.

Mit dem erstellten Bebauungsplan ist eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung geschaffen. Für die Umsetzung ist die vielleben eG zusätzlich auf öffentliche Fördermittel angewiesen.

Ministerin Scharrenbach gab hierzu wertvolle Hinweise zu möglichen Förderzugängen und zur Antragstellung. Darüber hinaus konnten wichtige Kontakte geknüpft und weitere Gespräche über Unterstützungsmöglichkeiten geführt werden. Erste bauliche Maßnahmen sind voraussichtlich ab 2027 vorgesehen.

Interessierte können sich über die Website www.vielleben-erndtebrueck.de einen tieferen Eindruck vom Projekt machen und finden dort bei Interesse Ansprechpartner.

Sanierung des Bahnhofs schreitet voran

Im Anschluss führte der Besuch zum Bahnhof Erndtebrück, der derzeit umfassend saniert wird. Der private Investor Thomas Lippold hatte das sanierungsbedürftige Gebäude vor rund fünf Jahren erworben und arbeitet seitdem an einer neuen Perspektive für das historisch wichtige Gebäude Erndtebrücks.

Für die Sanierung des Daches konnte eine Projektförderung im Rahmen der Denkmalförderung des Landes Nordrhein-Westfalen genutzt werden. Die vorhandenen Schindeln wurden entfernt, Feuchtigkeitsschäden beseitigt und neue Decken sowie Balken eingebaut. Aktuell werden die Gauben auf der Bahnhofsseite errichtet, wodurch die obere Etage künftig besser für Wohnzwecke genutzt werden kann. Die Fertigstellung der Dachsanierung ist bis Ende des Jahres vorgesehen.

Ziel der Sanierung ist es, die denkmalwerte Bausubstanz des Bahnhofes bestmöglich zu erhalten und gleichzeitig ein optimales Nutzungskonzept für das Gebäude zu entwickeln. Aufgrund der besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes ist die Umsetzung mit erheblichen Herausforderungen und Kosten verbunden. Auch hier sind weitere Fördermittel ein wichtiger Baustein für die Realisierung des Vorhabens.

Ministerin Scharrenbach nahm sich Zeit, das Gebäude während des laufenden Sanierungsprozesses umfassend zu besichtigen. Im anschließenden Gespräch mit Thomas Lippold standen insbesondere weitere Fördermöglichkeiten des Landes Nordrhein-Westfalen und die dafür notwendigen Antragsverfahren im Mittelpunkt.

Beim Rundgang wurde zudem deutlich, wie weit die Arbeiten an der Deckenkonstruktion bereits fortgeschritten sind. Bei der Umsetzung setzt Lippold bewusst auf die Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen.

„Es freut uns sehr, dass Herr Lippold bei der Sanierung mit heimischen Unternehmen zusammenarbeitet. Damit bleibt Wertschöpfung in unserer Region und zugleich werden unsere heimischen Betriebe und Arbeitsplätze unterstützt“, betonte Bürgermeister Henning Gronau.

Der Besuch der Ministerin machte deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, Projektträgern und dem Land Nordrhein-Westfalen bei der Entwicklung und Umsetzung solcher Projekte im ländlichen Raum ist. Sowohl das Vorhaben „Vielleben Erndtebrück“ als auch die Sanierung des Bahnhofs zeigen, wie durch private Initiative, kommunale Unterstützung und öffentliche Fördermöglichkeiten neue Perspektiven für Erndtebrück entstehen können.

Bildquellen: Gemeinde Erndtebrück.