Landrat dankt Bevölkerung: Wassersparen bleibt das Gebot der Stunde
Die Trinkwasser-Sparverordnung des Kreises Siegen-Wittgenstein läuft am 2. Oktober
planmäßig aus. Seit dem 24. August galten im gesamten Kreisgebiet Verbote, etwa für das
Befüllen privater Pools, das Rasensprengen oder das Autowaschen außerhalb gewerblicher
Waschanlagen. Entwarnung bedeutet das Auslaufen der Verordnung jedoch nicht, machen
Kreis und Wasserverband deutlich: Die Trinkwasserversorgung in der Region bleibt
angespannt. Die Füllstände der Talsperren sind weiter unter Normalstand. Deshalb bittet
Landrat Andreas Müller alle Bürgerinnen und Bürger, auch weiterhin sparsam mit
Trinkwasser umzugehen.
„Ich danke allen Menschen in unseren elf Städten und Gemeinden ganz herzlich für ihr
Verständnis und ihre Unterstützung in den vergangenen Wochen. Viele haben auf Gewohntes
verzichtet und so geholfen, unsere Trinkwasserreserven zu schonen“, betont der Landrat.
„Die Verordnung läuft jetzt aus, weil Verbote wie das Befüllen von Pools oder das
Rasensprengen im Herbst kaum noch eine Wirkung haben werden. Die Lage in unseren
Talsperren hat sich aber nicht entspannt. Deshalb meine dringende Bitte: Sparen Sie weiter
Wasser, wo immer es möglich ist. Jeder Liter zählt, auch damit wir im kommenden Jahr nicht
schnell wieder in eine schwierige Situation geraten.“
Regen der vergangenen Wochen reicht nicht aus
Wie stark sich die Verordnung auf den Wasserverbrauch ausgewirkt hat, lässt sich nicht exakt
beziffern, da Faktoren wie die Witterung den Verbrauch ebenfalls beeinflussen. Nach
Einschätzung des Wasserverbands ist jedoch davon auszugehen, dass die Verordnung
gemeinsam mit der großen öffentlichen Aufmerksamkeit das Bewusstsein für einen
sparsameren Umgang mit Wasser geschärft hat. Ohne diese Maßnahmen wäre die
Wasserabgabe im August und September sehr wahrscheinlich höher ausgefallen. „Die
gestiegene Sensibilität für die Ressource Wasser ist ein wichtiger und positiver Effekt“,
betont auch Dirk Müller, Geschäftsführer des Wasserverbands.
Trotz der Niederschläge und der gesunkenen Temperaturen der vergangenen Wochen sind
die Füllstände der Talsperren weiter gesunken. Vom Inkrafttreten der Verordnung am 24.
August bis zum 28. September fiel der Füllstand der Obernautalsperre von 45 auf 40
Prozent, der der Breitenbachtalsperre von 56 auf 50 Prozent.
Diese Presseinformation finden Sie auch im Internet unter: siegen-wittgenstein.de/pressemeldungen.
Der Grund: Der Regen wurde zunächst von den ausgetrockneten Böden und der Vegetation
aufgenommen und ist bislang nur zu einem geringen Teil in den Talsperren angekommen. Er
hat die Pegel daher nicht steigen lassen, sondern lediglich dafür gesorgt, dass die Füllstände
langsamer gesunken sind als in den Hitze- und Trockenmonaten Juni und Juli. Im Vergleich
zum langjährigen Mittel fehlen in den Talsperren mehr als sechs Millionen Kubikmeter
Wasser. Dieses Defizit hat sich über viele Monate mit zu geringen Niederschlägen aufgebaut.
Um es auszugleichen, ist über einen längeren Zeitraum intensiver Niederschlag in den
Einzugsgebieten der Talsperren nötig. Neben Dauer, Menge und räumlicher Verteilung des
Regens spielen dabei auch die Außentemperatur sowie die Zu- und Abflussmengen eine
Rolle.
Lage wird weiter beobachtet
Konkrete Folgeregelungen nach dem Auslaufen der Trinkwassersparverordnung sind derzeit
nicht geplant. Ob und wann weitere Maßnahmen erforderlich werden könnten, hängt
maßgeblich von der Entwicklung der Witterung und den Füllständen der Talsperren im
Herbst- und Winterhalbjahr ab. Kreis und Wasserverband beobachten und bewerten die
Versorgungssituation fortlaufend.
„In jedem Fall bleibt es hilfreich, auch in den kommenden Monaten Trinkwasser nur dafür zu
nutzen, wofür es unbedingt erforderlich ist.“
Andreas Müller, Landrat
Tipps zum Wassersparen im Alltag
Im Bad und WC hilft es, kürzer zu duschen statt zu baden, einen Sparduschkopf zu nutzen
und das Wasser beim Zähneputzen, Rasieren oder Einseifen abzustellen. Tropfende
Wasserhähne und undichte WC-Spülungen sollten repariert, die Spartaste der Toilette
genutzt und unnötiges Mehrfachspülen vermieden werden.
In der Küche gilt: Geschirrspüler nur voll beladen einschalten, Geschirr nicht unter
fließendem Wasser vorspülen und Obst und Gemüse in einer Schüssel waschen. Beim
Kochen nur die benötigte Wassermenge verwenden, Trinkwasser im Kühlschrank kühlen statt
den Hahn lange laufen zu lassen. Gemüseputzwasser zum Blumengießen nutzen.
Beim Waschen und Reinigen sollte die Waschmaschine nur voll beladen und möglichst mit
Spar- oder Eco-Programm laufen. Autos werden am besten in Waschanlagen mit
Wasseraufbereitung gereinigt, Wege und Einfahrten nicht mit dem Schlauch abgespritzt.
Für den Garten, auch mit Blick auf das nächste Frühjahr, lohnt es sich, Regenwasser zu
sammeln, früh morgens oder abends zu gießen, um Verdunstung zu verringern, und auf
trockenheitsverträgliche Pflanzen zu setzen.
Weitere Informationen unter www.siegen-wittgenstein.de/trinkwasser.
