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20.07.2020

Zukunftsprojekt Erndtebrück - Kirchhundem

Mit dem Rad durch den Heinsberger Tunnel von Heinsberg nach Röspe

Bürgermeister Reinéry aus Kirchhundem und Bürgermeister Gronau aus Erndtebrück treffen sich vor Ort

Gut 30 Jahre herrschte reger Zugbetrieb auf der Bahnstrecke zwischen Altenhundem und Birkelbach, bis am Ostermorgen 1944 die Rösper Talbrücke gesprengt und der Heinsberger Tunnel stillgelegt wurde. In den 1960er Jahren scheiterten Versuche die Strecke zu reaktivieren. Nun haben sich die Bürgermeister der zwei Nachbarkommunen, Andreas Reinéry aus Kirchhundem und Henning Gronau aus der Gemeinde Erndtebrück getroffen, um sich ein Bild vom Heinsberger Tunnel und den Möglichkeiten vor Ort zu verschaffen.

Der Bahndamm, der in weiten Teilen mit Bäumen und Gestrüpp bewachsen ist, führt im kühlen Dickicht auf das mittlerweile vermauerte Tunnelportal hin. Auf dem Giebel des Eingangsportals ragt die Aufschrift 1913, für die Fertigstellung des Tunnels. Die Böschungsmauern links und rechts rahmen diesen magischen Ort ein. Ein versteckter Ort, in dem viele Faszination steckt, das finden auch die Bürgermeister der zwei Gemeinden.

Um die Besonderheit und Geschichte dieses Fleckchens Erde mehr Aufmerksamkeit zu zollen, treffen sich Andreas Reinéry und Henning Gronau zu einem ersten Gedankenaustausch. Gerade das Potential eines Radverbindungsweges zwischen Heinsberg und Röspe weckt bei beiden großes Interesse. Eine Verbindung durch den Heinsberger Tunnel würde im Vergleich zu der bereits ausgewiesenen Radroute über den Rhein-Weser-Turm rund 10 km einsparen. So hätte eine mögliche Strecke Heinsberg-Röspe nur eine Länge von nur 5,7 km und eignet sich aufgrund der geringen Steigung und der tollen, naturnahen Streckenführung besonders als Radweg.

Vor allem wäre das Projekt eines Radweges auch aus touristischer Sicht interessant. Neben dem besonderen Naturerlebnis und der spannenden Fahrt durch den 1,3 km langen und kühlen Tunnel, gibt es auch Zeit- und Sicherheitsaspekte, die für eine solche Routenführung sprechen. Durch eine Befahrung des Bahndamms würde der Radverkehr von der Landstraße umgelagert, so könnten

Gefahrenstellen umfahren werden. Zudem könnten der SauerlandRadring, welcher bereits über entsprechend umgenutzte ehemalige Bahnstrecken verfügt, und der Ederradweg mit einander verbunden werden.

In diese Ideen sollen nun weitere Akteure aus den Kommunen, der Region, dem Kreis und Straßen NRW eingebunden werden, in einem möglichen nächsten Schritt soll eine Machbarkeit, bezogen auf Naturschutz, Grundstückseigentum und finanziellen Einsatz geprüft werden.

Gerade in der heutigen Zeit, in der Rad-Urlaube hoch geschätzt, die eigene Region touristisch entdeckt oder der Weg zur Arbeit auch mit dem Rad erledigt wird, hat erleb- und erfahrbare Geschichte einen ganz besonderen Reiz.