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18.05.2020

Austausch zur Unterstützung der Erndtebrücker Schützen

Die Gemeinde Erndtebrück lädt Schützen zum digitalen Zusammentreffen ein

Am vergangenen Dienstagabend luden Bürgermeister Henning Gronau und der Ausschussvorsitzende für Soziales, Sport und Kultur Tim Saßmannshausen, die Vorsitzenden der Erndtebrücker Schieß- und Schützenvereine zu einem gemeinsamen Treffen – wie momentan üblich per Videokonferenz – ein. „Die Gemeinde Erndtebrück steht, wie sich in den vergangenen Jahren oft gezeigt hat, für ein ganz besonderes Vereinsleben.“ so Henning Gronau zur Einleitung in die Videokonferenz. Bei diesem Treffen gehe es zum einen um den aktuellen Austausch innerhalb der Vereine, die Absagen der Schützenfeste und mögliche Fragen, bei denen die Gemeinde helfend zur Seite stehen könne, eröffnete der Bürgermeister der Edergemeinde die Sitzung.

Zum anderen nutzte Bürgermeister Gronau das digitale Zusammentreffen, um über die neue Coronaschutzverordnung zu informieren. Zwei Aspekte der Verordnung betreffen die Schützenbrüder und Schwestern im Besonderen: Die Zulässigkeit von kontaktfreiem Sport- und Trainingsbetrieb in öffentlichen oder privaten Sportanlagen, oder im öffentlichen Raum, natürlich unter Einhaltung geeigneter Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen und den geltenden Abstandsregeln. Zum anderen die Regelungen zu Veranstaltungen und Versammlungen.

„Es ist derzeit etwas ruhiger geworden im Vereinsleben“ – eine Antwort, die alle anwesenden sechs Vereinsvorstände bestätigen konnten. Kommuniziert würde intern nach wie vor per Telefon, Mail oder Whats-App, generell ließe sich jedoch in allen Vereinen eine Zurückhaltung spüren. Wie es im Sport – und Trainingsbetrieb weiter geht, werden die Schieß- und Schützenvereine mit den jeweiligen Vorständen und Mitgliedern selbst besprechen, ein reduziertes Sportangebot könne das Vereinsleben jedoch wieder ein wenig beleben.

Zur Absage der Schützenfeste richtete Günter Schmidt vom Schießverein Erndtebrück zunächst einen großen Dank an die Vorstandskollegen, für die gemeinsame Pressemitteilung und die verantwortungsvolle Entscheidung „bei der an einem Strang gezogen wurde“. Auch wenn die Absagen und Stornierungen der Feste allen Betroffenen nicht leicht fielen, so gab es durchweg keine Probleme und viel Verständnis von Seiten der Dienstleister. Wobei das Wort Absage hier kaum erwähnt werden kann. Kommuniziert wurde eher eine Verschiebung auf 2021 „als hätte es das Jahr nicht gegeben“.

In der abschließenden Runde stellte Bürgermeister Henning Gronau eine entscheidende Frage in den Raum: „Wie können wir 2020 trotzdem zu einem Schützenjahr machen?“. Klar ist, dass es anders sein wird. Ein Schützenfest mit 1,5 Meter Abstand zwischen den Mund-Nasen-Schutz tragenden Besuchern wäre, selbst wenn es der aktuelle rechtliche Rahmen es zugelassen hätte, nicht vorstellbar gewesen. Nicht zuletzt kommt es doch vor allem auf die Stimmung der Gäste, auf den Besuch der Gastvereine und auf das gesamte Miteinander an. Wie jedoch könnte man diese Schützenfeststimmung trotzdem transportieren, sichtbar machen? „Wenn nicht im Großen, dann halt im Kleinen“ stimmte Vereinsvorstand Marc Stöcker aus Benfe mit einer Idee ein: Am Schützenfesttag von der eigenen Haustür aus mit den Nachbarn anzustoßen, über Entfernung. Auch Tim Saßmannshausen erzählt beispielhaft von der Osterfeuer-Aktion 2020 in Schameder. Aufgrund des ausgefallenen Osterfeuers entzündete hier jeder Haushalt für sich ein eigenes Feuer. Es wurden Fotos gemacht und in den Ortsgruppen geteilt. Per Whats-App konnten Liedwünsche über die zentral gesteuerte Musikanlage des Dorfes gewünscht werden. Später gab es sogar eine Broschüre, zum Andenken an das „etwas andere Osterfeuer 2020“.

Das Königspaar von 2019 erneut digital zu krönen, besondere Anekdoten aus den vergangenen Jahren zu erzählen, Interviews mit den Ehrenmitgliedern zu führen oder gar die Schützenfahnen trotzdem zu hissen – es gab viele Ideen an diesem Abend. In den Vereinen selbst wird es in den nächsten Wochen sicherlich Überlegungen geben. Eins ist klar, dieses Jahr wird für die Schieß- und Schützenvereine anders werden. Für das ‚Wie‘ gibt es viele Möglichkeiten.

Die Gemeinde Erndtebrück bietet, gerade in diesen Corona-Zeiten, ausdrücklich ihre Hilfe an. Hierfür sind weitere digitale Treffen geplant, wie zum Beispiel mit den Vorständen der Erndtebrücker Sportvereinen diese Woche. „Generell möchten wir allen Vereinen, Institutionen und Gemeinschaften Mut machen. Der Austausch hat gezeigt, wie schnell Fragen geklärt werden können und wir so schrittweise wieder zu unserem tollen Vereinsleben zurückkehren können. Wir wollen die Vereine dabei unterstützen. Außerdem sind wir für alternative Möglichkeiten oder Vorschläge, wie wir diese Zeit besonders gestalten können, jederzeit offen.“ so Bürgermeister Henning Gronau.