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26.08.2020

Luftwaffenübung mit historischen Dimensionen

Israelische Offiziere erstmals zu Gast am Luftwaffenstandort Erndtebrück

Erndtebrück. Deutschlandweites Interesse erzeugten die Nachrichten, dass die israelischen Luftstreitkräfte erstmals in der Geschichte mit Kampfflugzeugen an gemeinsamen Übungenin Deutschland teilnehmen. Seit letzter Woche starten sie von Nörvenich aus, um gemeinsam mit der Deutschen Luftwaffe - und in dieser Woche auch mit weiteren Nationen- zu trainieren und Erfahrungen auszutauschen. Da auch der LuftwaffenstandortErndtebrück ein wesentlicher Akteur in dieser Multinationalen Übung ist, hospitierenisraelische Offiziere ebenfalls in der Hachenberg-Kaserne, um einen Einblick in die Arbeit desEinsatzführungsdienstes der Luftwaffe zu erhalten.

Historischer Moment und bietet außergewöhnliche Gelegenheiten

Als historisches Ereignis wurde in der letzten Woche die erstmalige Verlegung israelischerMilitärflugzeuge nach Deutschland bezeichnet und entsprechend wurde in Presse und TVberichtet. Auf Einladung von Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe,trainierten in der letzten Woche beide Luftstreitkräfte bei der gemeinsamen Übung „BlueWings“ komplexe und fordernde Luftoperationen. In dieser Woche nehmen die Israelis ander von Deutschland ausgerichteten Übung „MAG Days (Multinational Air Group Days)“ teil.Die militärische Zusammenarbeit beider Länder nimmt zu, so hat die deutsche Luftwaffebereits zweimal an der multinationalen Übung „Blue Flag“ in Israel teilgenommen.

Auch der Luftwaffenstandort Erndtebrück ist eng in diesen Übungen eingebunden.In der Luftraumüberwachungszentrale am Standort, dem sogenannten „CRC (Control andReporting Centre)“ wird nicht nur 24-Stunden rund um die Uhr der Luftraum überwacht.Eine zusätzliche Aufgabe besteht darin, den Übungsflugbetrieb über Deutschland zuunterstützen und den militärischen Flugbetrieb zu leiten - bei vielen teilnehmendenFlugzeugen eine hochkomplexe Aufgabe. Die Tätigkeiten reichen von der Koordinationspezieller, für den zivilen Flugverkehr gesperrter Lufträume über die Planung vonLuftbetankungsoperationen bis zur Jägerleitung der eingesetzten Kampfflugzeuge via Funkund Radar. Eine Aufgabe, die von den israelischen Gästen im Rahmen der internationalenKooperation mit Interesse verfolgt wird.

Auch Oberstleutnant Michael Wentzel, Leiter der Einsatzgruppe desEinsatzführungsbereichs 2, ist beeindruckt vom Ausmaß und der Besonderheit der Übung:„Die Teilnahme meines Personals an dieser nicht alltäglichen Hochwertübung ist für michein Glücksfall. Meine Soldatinnen und Soldaten haben hier die Gelegenheit ihre gesamtenKenntnisse und Fertigkeiten unter Beweis zu stellen, was sie mit Bravour tun. Die erstmaligeAnwesenheit israelischer Offiziere als Beobachter einer militärischen Übung ist auch für unsein historischer Moment und bietet zugleich eine außergewöhnliche Gelegenheit zumErfahrungsaustausch auf der Führungs- und Arbeitsebene sowie zur weiteren Verbesserungdes interkulturellen Verständnisses.

Übermäßigen Lärm muss indes niemand in der heimischen Region befürchten. Die speziellreservierten Lufträume, in denen die Kampfflugzeuge ihre Fähigkeiten trainieren, befindensich größtenteils über der Nordsee, um größere Lärmbelastungen zu vermeiden.

Text: Oliver Klaas