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01.07.2021

Guter Diskurs auf der Planungsradtour in Erndtebrück

Im Zuge des Radverkehrskonzeptes, welches der Zweckverband Region Wittgenstein durch das Planungsbüro Planersocietät erstellen lässt, fand nun eine Planungsradtour in der Gemeinde Erndtebrück statt. Zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern der Edergemeinde fuhren die Dortmunder Planer mit dem Rad eine abwechslungsreiche Tour durch den örtlichen Mischverkehr, über Bundesstraßen und Wirtschaftswege. Für Kritikpunkte, Hinweise oder Lösungen nutzen die Teilnehmer den Diskurs an den 7 Stationen der ca. 10 km langen Tour.

Landstraße, Bundesstraße, Mischverkehr im Ortskern, Wirtschaftswege, Etappen des Eder-Radweges oder auch Radabstellanlagen im Gemeindegebiet standen im Mittelpunkt der Betrachtung. Die Planungsradtour, geführt durch Johannes Schaub und Niklas Rischbieter vom Planungsbüro Planersocietät, führte die Teilnehmer vom Rathaus aus durch die vielfältigen Landschaften des Radverkehrs in der Edergemeinde. Mit an Bord Berufspendler, Freizeitsportler, Vertreter der Verwaltung und sogar ein Lastenrad, außerdem geballte Expertise.

Nach einigen Kilometern befestigter und unbefestigter Wege gab es immer wieder Stationen, an denen die Veranstalter den Diskurs mit den Teilnehmern suchten. „Fühlt ihr euch sicher?“, „Was würdet ihr euch wünschen?“, waren Fragen, die die Gespräche in Gang brachten. Gerade bei Bergetappen, wie der Bergstraße, oder der Grimbachstraße wurde der Wunsch nach mehr Sicherheit laut. Die Nähe zu den Schulen und der hohe Verkehr durch Schüler entlockten den Planern einige Kniffe, um den Radfahrern Raum zu bieten. Markierungslösungen, wie Schutzstreifen und Piktogrammketten oder Hinweisschilder, ebenso wie Temporeduzierungen wurden hier hinsichtlich ihrer Machbarkeit überprüft.

Auch die Bundestraße B62 war ein großes Thema der Planungsradtour. Sowohl Richtung Lützel, als auch Richtung Schameder nutzen die Radler gerne alternative Strecken. Beispielsweise durch den Pulverwald, oder Richtung Schameder durch die Breidenbach oder ‚Zum Häusel‘. Klar wurde auch, das sich Routen für Freizeitradler oder Alltagsradler nicht klar trennen lassen. Faktoren wie effiziente, kurze Strecken oder begleitende Naturerlebnisse mischen sich, je nach Anforderung. Auch das die E-Mobilität nicht nur einen positiven Einfluss auf die bessere Bewältigung unserer Wittgensteiner Bergetappen hat, sondern das außerdem auch die Ansprüche auf Abstell- und Sicherheitsmöglichkeiten andere sind.

Auch touristisch gab es gute Gespräche. Neben der aktuellen Sperrung des Eder-Radwegs wurden auch die zukünftigen Schritte des Eder-Radweg Eingangs besprochen. Daumen hoch gab es von den Teilnehmern für den Ausbau des Bahnhofsumfeldes, hinter dem Park und Ride Parkplatz, von dem zukünftig der Eder-Radweg auf die Berliner Straße geführt werden soll. Somit werden Gefahrenstellen rund um das Industriegebiet vermieden und die Radfahrenden können fortan über die Berliner Straße, am Versuchsgut vorbei Richtung Womelsdorf fahren. Über die neue Oberfläche des Erlenwegs, der durch das Flurbereinigungsverfahren Womelsdorf in den letzten Jahren hergestellt wurde, führt der Eder-Radweg entlang der Eder bis zum Edersee. Auch der hintere Bereich der Berline Straße soll zukünftig erneuert werden. Diese Entscheidung resultierte aus dem ländlichen Wirtschaftswegekonzept, welches Anfang dieses Jahres fertiggestellt wurde.

„Es war eine schöne Tour durch den Kernort. Die Planer haben noch einmal wichtige Hinweise von den Experten vor Ort bekommen – nämlich von unseren Radfahrern, die hier unterwegs sind. Für diese gute Beteiligung möchte ich mich bei den Teilnehmern herzlich bedanken. Das Thema Radmobilität rückt immer mehr in den Fokus. Deshalb freue ich mich, dass wir hier einen sehr guten Weg einschlagen dieses zu bewegen.“ so Bürgermeister Henning Gronau.

In der abschließenden Runde vor dem Erndtebrücker Rathaus wurde ein Blick auf den aktuellen Stand des Radverkehrskonzeptes geworfen. Hier verbindet sich die Routenführung des Kreisverkehrsnetzes, welches die Verbindungen von Kommune zu Kommune in Siegen-Wittgenstein enthält, mit dem Wittgensteiner Verkehrskonzept. Die Zielsetzung: die Ortschaften untereinander zu vernetzen. Die farbigen Linien unterscheiden ein Freizeit- und ein Alltagsnetz.
Viele wichtige Hinweise wurden hier gegeben und sind auch nachträglich erwünscht. Unter info@region-wittgenstein.de oder telefonisch unter 02753 605-214 / 02753 605-211 werden weitere Anmerkungen zum Wittgensteiner Radverkehrsnetz dankend aufgenommen.

Der Zweckverband Region Wittgenstein, die Gemeinde Erndtebrück, sowie die Planersocietät bedanken sich hiermit bei den Teilnehmern der Erndtebrücker Planungsradtour, für konstruktive Hinweise und einen guten Austausch. Die Ergebnisse werden aktuell ausgewertet und im Kartenmaterial ergänzt.