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21.04.2020

Eröffnung eines Behandlungszentrums für Atemwegsinfektionen -mit gleichzeitiger Testung auf Covid-19-

Erndtebrück ist noch immer ohne bestätigten Coronafall - Weitere Maßnahmen zur Vorsorge werden nun getroffen

Das Thema Corona bewegt derzeit alle Menschen – auch in Erndtebrück. Bisher können sich die Bürgerinnen und Bürger der Edergemeinde noch immer darüber freuen, dass die offizielle Statistik keinen nachgewiesenen Corona-Fall ausweist. Trotz der nun anstehenden Lockerungen der Schutzmaßnahmen, die Bund und Länder beschlossen haben, steht natürlich die Eindämmung des Virus über allem. Hierfür ist eine intensive Testung, gerade in den kommenden Monaten, unerlässlich. Genau dies umtreibt auch den in Erndtebrück tätigen Mediziner Dr. Oliver Haas.

Zusätzlicher Untersuchungsraum im Erndtebrücker Kernort

Um die Testkapazitäten weiter zu erhöhen hat Dr. Haas nun weitere Räumlichkeiten in den Ederarkaden in Erndtebrück vorbereitet. Hier soll in Erndtebrück zentral getestet werden, wer Atemwegsbeschwerden und weitere typische Corona-Symptome hat. Der ganze Ablauf wird unabhängig von den eigentlichen Praxisräumen organisiert. „Damit schaffen wir eine größtmögliche Sicherheit für die übrigen Patienten in der Praxis und gleichzeitig eine bestmögliche Behandlung für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Eine ideale Lösung.“ so Haas.

Die Unterstützer des Vorhabens

Innerhalb kürzester Zeit hatte der Inhaber der Ederarkaden, Christoph Schorge, grünes Licht für die Nutzung der Räume gegeben „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir hier helfen. In dieser Situation müssen wir alle zusammenhalten und überlegen, wie wir unterstützen können“ so Schorge. Auch Bürgermeister Henning Gronau unterstützte Dr. Haas bei seinen Überlegungen „Die Gesundheit unserer Bürger steht an erster Stelle. Oliver Haas und ich sind seit einigen Tagen im ständigen Austausch – es ist sehr wertvoll, dass er dieses Behandlungszentrum umsetzt. Ein Dank gilt allen, die die Idee sofort vorangebracht haben.“ so Gronau. Dazu zählt auch die Firma BergeBau, die die Räumlichkeiten vorgeschlagen hatte. Zudem hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein flexibel und in kürzester Zeit seine Zustimmung zu der baulichen Nutzung der eigentlichen Büroräume erklärt. „Die Räumlichkeiten eignen sich optimal. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat unmittelbar zugestimmt, dass dieser Gebäudeteil die kommenden Monate als Behandlungszentrums während der Corona-Pandemie genutzt werden kann. Dafür ein ausdrücklicher Dank nach Siegen.“ so Eckehard Hof, Geschäftsführer der Fa. BergeBau.

Medizinische Einordnung

durch die Gemeinschaftspraxis Dres. Haas und Röhl und Kollegen

Marburger Str. 3b
57339 Erndtebrück

Die Gemeinschaftspraxis eröffnet ein Behandlungszentrum für Atemwegsinfektionen mit gleichzeitiger Testung auf Covid-19 in der Marburger Straße 3 in Erndtebrück, außerhalb der bekannten Praxisräume. Die Behandlungsräume befinden sich in den Räumlichkeiten, die ehemals von der Anwaltskanzlei TRIGON genutzt wurden, direkt hinter dem Geschäft der Firma Althaus, Raumausstattungen. Der Beginn wird voraussichtlich ab dem 23.04.20 sein.

Hintergrund:

Die aktuelle Coronavirus-Pandemie beinhaltet aus medizinischer Sicht zwei wesentliche Aspekte:

  1. Die möglichen (schwerwiegenden) Folgen einer direkten Infektion sowie die weitere Übertragung des Virus auf Risikopatienten, mit einer eventuellen Überlastung der Kapazitäten des Gesundheitssystems.

  2. Eine Unterversorgung von chronisch kranken Patienten, die aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus sich scheuen, ihre Routineuntersuchungen in den Arztpraxen wahrzunehmen, so dass mit medizinischen „Kollateralschäden“ gerechnet werden muss.

Aktuelle Situation:

  • Der Kreis Siegen-Wittgenstein unterhält, neben den mobilen Test-Teams, zwei Corona-Diagnosezentren. Eines in Siegen und eines in Bad Berleburg. Hierbei werden die Patienten auf Überweisung des Hausarztes auf eine Coronavirusinfektion getestet, aber nicht behandelt.

Der Ablauf im Behandlungszentrum:

  • Alle Patienten melden sich telefonisch unter den bekannten Rufnummern an: Erndtebrück: 02753/3292 oder 02753/5078640, Wingeshausen: 02759/214710, Bödefeld: 02977/939060

  • Die Patienten erhalten einen Termin, spätestens am Folgetag, da das Behandlungszentrum nur vormittags geöffnet sein wird, damit die Proben noch am selben Tag ins Labor kommen.

  • Jeder Patient erhält bei Betreten der Praxis einen Mund-Nasenschutz, um Ansteckungen in der Wartezone zu verhindern. Dieser Mund-Nasenschutz wird freundlicherweise von der Firma KHP aus Bad Berleburg zur Verfügung gestellt.

  • Lange Wartezeiten werden durch ein geregeltes Terminverfahren sowie einem standardisierten Untersuchungsablauf vermieden werden. Wir bitten deshalb auch um Verständnis, dass dort keine zusätzlichen anderen Behandlungsanlässe ärztlich abgeklärt werden können.

  • Alle Patienten mit Infektionen der Atemwege, unabhängig vom Schweregrad, werden auf eine mögliche Coronavirusinfektion getestet. Behandlungskapazitäten von etwa 50 Patienten täglich sind kein Problem, um das Testergebnis bereits am Folgetag zu erhalten.

  • Zudem werden alle Patienten körperlich untersucht, wobei die Untersuchung von Herz und Lunge ein obligater Bestandteil sein wird. Darüber hinaus wird die Körpertemperatur gemessen und die Entzündungswerte im Blut bestimmt.

  • Das heißt, dass wir bei allen Patienten mit Atemwegsinfektionen bereits am Folgetag ein Ergebnis über eine mögliche Coronavirusinfektion vorliegen haben. Zudem kann über die erhobenen Parameter entschieden werden, ob möglicherweise eine zusätzliche Antibiotikatherapie notwendig ist.

  • Dies gilt für alle Patienten der Gemeinschaftspraxis sowie alle Patienten aus Erndtebrück, unabhängig davon, von welcher Praxis sie betreut werden.

  • Selbstverständlich steht dieses Angebot auch allen anderen Patienten der Region zur Verfügung, sofern dies mit ihren behandelnden Hausärzten abgestimmt wurde. Die Hausärzte erhalten dann alle erhobenen Parameter, die im Behandlungszentrum erhoben wurden und können dann mit einer Therapie beginnen.

  • Besonderheit: Es findet eine standardisierte Untersuchung statt mit Testung auf eine Coronavirusinfektion, ohne dass hierbei nach ärztlichem Ermessen entschieden wird. Also, nicht nur Test oder ärztliche Beratung und vielleicht Untersuchung und Test, sondern alles zusammen.

Ziele des Behandlungszentrums:

  1. Standardisierte Untersuchungen und Testungen, um insbesondere auch wenig symptomatische Infizierte zu entdecken, um dann eine unkontrollierte Weiterverbreitung zu verhindern. Dies ist besonders dann von immenser Bedeutung, wenn ein schrittweiser Ausstieg aus dem „Shutdown“, hin zu einer langsamen Normalität erfolgen soll.

  2. Eine Wiederherstellung eines annähernd wieder normalen Arbeitsablauf in den Arztpraxen.

  3. Reduktion von Ängsten und Sorgen bei Bevölkerung durch eine gezielte und systematische Untersuchung aller potenziell Infizierten.

  4. Maßnahmen könnten möglicherweise schneller wieder gelockert und weitere Eingriffe in die Grundrechte der Menschen verhindert werden.

  5. Das Behandlungszentrum wird so lange geöffnet bleiben, bis die Pandemie vorüber ist, bzw. bis ein geeigneter Impfstoff oder eine wirksame Therapie verfügbar sein wird.

Dres. med. Haas und Röhl und Kollegen, Erndtebrück, den 20.04.2020