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07.03.2017

Zurück zur Tradition

300 Gäste im Casino auf dem Hachenberg

Erndtebrück. Im letzten Jahr wurde in Erndtebrück wegen des Jubiläums „50 Jahre Luftwaffenstandort Erndtebrück“ und dem damit verbundenen Großen Zapfenstreich auf den gemeinsamen Jahresempfang von Gemeinde und Garnison verzichtet. Doch in diesem Jahr wurde die gute Tradition wieder aufgegriffen.

Wieder viel Prominenz zu Gast

Die Gemeinde und Garnison Erndtebrück lud kürzlich bereits zum siebten gemeinsamen Jahresempfang in die Hachenberg-Kaserne ein. Der Bürgermeister der Edergemeinde, Henning Gronau und der Standortälteste der Hachenberg-Kaserne, Oberst Lars Hoffmann, begrüßten dabei annähernd 300 Gäste im Casino der Kaserne. Unter den Besuchern war auch viel politische Prominenz, wie der Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Volkmar Klein (CDU) sowie die ehemalige Bundestagsabgeordnete Helga Daub (FDP). Aus dem nordrhein-westfälischen Landtag folgten die Abgeordnete Angela Freimuth (FDP) und der Abgeordnete Falk Heinrichs (SPD) der Einladung auf den Hachenberg. Von militärischer Seite fand Brigadegeneral Burkhard Pototzky, Abteilungsleiter Einsatz und Leiter der Operationszentrale Luftwaffe des Zentrum Luftoperationen in Kalkar, den Weg in die Edergemeinde.

Betriebsklima stimmt

In Anlehnung an den Dauereinsatzauftrag, in dessen Rahmen der Einsatzführungsbereich 2 zusammen mit seinem Schwesterverband, dem Einsatzführungsbereich 3, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr den deutschen Luftraum überwacht und fliegende Geschwader sowie verschiedene NATO-Partner bei ihren Vorhaben unterstützt, verdeutlichte Oberst Hoffmann. „Wir wissen in Erndtebrück schon immer, was der Slogan „Bundeswehr im Einsatz“ bedeutet. So spüren wir seit einigen Jahren aber auch selbst verstärkt die Auswirkungen  des  globalen,  aber  auch  innerdeutschen  Engagements  unserer Streitkräfte.“  Konkret  bedeutet  dies,  dass  auch  der  Luftwaffenstandort  Erndtebrück  eine zunehmende Zahl von Soldaten in Auslandseinsätze schickt, wobei hier nahezu die ganze Bandbreite vertreten ist. „Aktuell haben wir z. B. Kameraden auf dem Balkan, im  Baltikum,  in  der  Türkei,  in  Mali,  im  Niger,  in  Qatar,  in  Kuwait,  im  Irak  sowie Jordanien  im  Einsatz“,  verdeutlicht  der  Standortälteste.  „Dass  die  Qualität  unserer Auftragserfüllung  in  Deutschland  hoch  ist,  erzähle  ich  Ihnen  nicht  einfach  nur  als überstolzer oder gar selbstverliebter Kommandeur“, betont Oberst Hoffmann und führt in  der  Folge  aus,  dass  im  Frühjahr  und  Sommer  2016  gleich  zwei  unangekündigte taktische Überprüfungen (sogenannten Readiness Verifications)  stattgefunden haben. „Mit besonderer Genugtuung habe ich hingenommen“, so der Oberst, „dass der Team-Chief,  ein  sehr  erfahrener  Kanadier,  zu  mir  sagte,  dass  er  schon  sehr  viele Überprüfungen  durchgeführt  habe,  aber  selten  so  einen  ausgeprägten  Team-Spirit gesehen hat, wie bei uns. Unser Betriebsklima stimmt also!“

Überregionaler Ruf

Auch das Klima zwischen Garnison und Gemeinde scheint zu stimmen. „Aber nicht nur für uns als Gemeinschaft ist die Bundeswehr sehr wichtig“ meint Bürgermeister Gronau und  begründet  sogleich:  „Auch  bei  der  Verteidigung  unseres  Landes  nimmt  die Hachenberg-Kaserne  eine  zentrale  Rolle  bei  der  Luftraumüberwachung  ein.  Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wusste dies auf dem Jahresempfang der Industrie-  und  Handelskammer  in  Siegen  zu  würdigen.  Sie  können  sich  sicherlich vorstellen,  welche  der  Siegen-Wittgensteiner  Kommunen  in  Ihrer  Rede  die  häufigste Erwähnung fand?“ fragte der Bürgermeister in die Runde und liefert gleich die Antwort: „Es  war  Erndtebrück!“  Und  das  sagt  Gronau  „nicht  ohne  Stolz,  denn  es  zeigt  auch, dass  uns  die  Bundeswehr  auch  überregional  bekannt  macht.“  Viel  Freude  hatte  der Bürgermeister aber auch daran, dass das gute Verhältnis „gerade durch den Tag der offenen Tür vor zwei Jahren und den großen Zapfenstreich im letzten Jahr noch einmal für alle sichtbar nach außen getragen wurde. Es ist keine Beziehung, die nur auf dem Papier existiert, sondern eine, die greifbar ist und in die alle Menschen eingebunden sind.“

Dreiklang aus Einsatz, Ausbildung und Systemunterstützung

Der Teilbereich  Einsatzführungsdienst  firmiert  zusammen  mit  der  Militärischen Flugsicherung  und  der sogenannten  Streitkräftegemeinsamen  Taktischen Feuerunterstützung unter dem gemeinsamen Dach des Flugführungsdienstes. „Für uns als Ausbildungsstandort bedeutet dies, dass wir nun bestimmte Anteile der Ausbildung gemeinsam  für  alle  drei  Säulen  vereinheitlicht  durchführen“,  verdeutlicht  Oberst Hoffmann. Im Zuge dieser Bündelung gab es allerdings in Sachen truppendienstlicher Unterstellung  einige  Änderungen,  die  auch  Erndtebrück  betreffen.  Nachdem  nämlich die Ausbildung im Bereich der Militärischen Flugsicherung zwischenzeitlich von einem zivilen  Unternehmen  durchgeführt  wird,  „sind  uns  seit  Anfang  des  Jahres  die  15 verbliebenen  militärischen  Fachlehrer  der  Flugsicherung  sowie  jeweils  50 Lehrgangsteilnehmer in Kaufbeuren unterstellt worden“ erklärt Oberst Hoffmann. Mitte des Jahres wird den Erndtebrückern zudem noch der Ausbildungsanteil der Luftwaffe des Bereiches Streitkräftegemeinsame-Taktische-Feuerunterstützung (STF) unterstellt, für welchen in Idar-Oberstein ein Ausbildungszentrum aufgebaut wurde. Da seit jeher auch  viele  Einsatzführungsoffiziere  in  diesem  –  wie  der  Name  schon  sagt  – streitkräftegemeinsamen  Bereich  arbeiten,  bietet  sich  dieser  Schritt  im  Rahmen  der Bündelung  von  Fähigkeiten  an.  „Für  den  Ausbildungsstandort  Erndtebrück“,  fasst  es der Standortälteste zusammen, „bedeutet dies eine weitere Stärkung.“ Zusammen mit dem Systemzentrum 25, das laut Oberst Hoffmann „zu Recht auch den Ehrennamen „Softwareschmiede  der  Luftwaffe“  trägt“,  entsteht  in  der  Edergemeinde  ein „Erndtebrücker  Dreiklang“.  Besondere  Synergieeffekte  zieht  man  am Luftwaffenstandort nämlich aus der engen Zusammenarbeit des Einsatzpersonals mit den hochqualifizierten Mitarbeitern des Systemzentrums 25. „Ohne zu dick aufzutragen kann ich daher behaupten, dass andere Nationen neidvoll auf unseren Dreiklang aus Einsatz, Ausbildung und Systemunterstützung schauen“, verdeutlicht Oberst Hoffmann.

Autor/in: Peter Hanke