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13.04.2016

Geschichte - Geschichten - Garnison

Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum offiziell übergeben.

Erndtebrück. Freude, aber auch Erleichterung stand in den Gesichtern von Christian Hauck und Jan-Henrik Koßmann, als sie dem Standortältesten der Hachenberg-Kaserne, Oberstleutnant Lars Hoffmann, vergangenen Dienstag das erste Exemplar der Festschrift „50 Jahre Luftwaffenstandort Erndtebrück“ übergeben konnten. Bis zum Redaktionsschluss im Februar hatten die beiden Hauptleute fieberhaft an der Fertigstellung der Schrift gearbeitet, deren Erstellung immerhin gut zwei Jahre in Anspruch genommen hat.

Suchen – sichten – ordnen

Erste Überlegungen zu dem Projekt datieren noch in das Jahr 2013. Auch die letzten runden Jahrestage des Standortes waren immer von kleinen Schriften begleitet worden, in welchen die Einheiten der Hachenberg-Kaserne sowie ihr Auftrag vorgestellt wurden. Zum großen Verbandsjubiläum im Jahre 2016 sollte die Schrift dagegen deutlich umfangreicher ausfallen. Neben der Vorstellung sollte auch erstmals auf größerem Raum die Geschichte des Luftwaffenstandortes Erndtebrück und seiner Außenstellungen im Wandel der Zeit dargestellt werden.

Zum ersten Projektoffizier wurde Hauptmann Hauck berufen. Dem „gelernten“ Jägerleitoffizier kam dabei nicht nur sein Studium der neueren Militärgeschichte zu Gute, sondern auch seine bisherige nebendienstliche Forschungstätigkeit zur Geschichte der Luftwaffe. Alle Anfänge waren auch bei diesem Projekt schwer, denn zunächst galt es, die noch verfügbaren Quellen – also Dokumente, Bilder und Dias – aus allen Winkeln der Kaserne zusammenzutragen, zu sichten und zu ordnen. „Alleine dieser Schritt dauerte schon viel länger als erwartet, doch er war nötig, um überhaupt eine vernünftig nutzbare Arbeitsgrundlage zu haben“ weiß Hauck zu berichten.

Festschrift lebendig gestalten

Bald schon wurde deutlich, dass mit den verfügbaren Materialien alleine keine lückenlose Geschichte geschrieben werden konnte. Schnell war die Idee parat, aus der Not eine Tugend zu machen und ehemalige Soldaten und zivile Mitarbeiter des Standortes mit einzubeziehen. Die Resonanz auf die Anschreiben war deutlich größer als zunächst erhofft. Zahlreiche Ehemalige, aber auch aktive Soldaten sowie Bürger Erndtebrücks konnten zur Mitarbeit gewonnen werden. „Für uns ein wahrer Glücksfall“ so Hauck. „Durch die wirklich fabelhafte Mitarbeit konnten wir nicht nur Überlieferungslücken schließen, sondern auch das Interesse an dem Projekt deutlich vergrößern. Dank der zahlreichen Erfahrungsberichte aus allen Arbeits- und Lebensbereichen konnten wir die Festschrift interessanter und lebendiger gestalten und obendrein auch all jene zu Wort kommen lassen, die in den letzten fünf Jahrzehnten für und mit der Luftwaffe in Erndtebrück gelebt und gearbeitet haben.“

Die Themen des Bandes sind daher besonders breitgefächert. Den interessierten Leser erwarten nicht nur detaillierte Informationen zu den Einheiten, deren Auftrag und die Ausrüstung im Wandel der Zeit, sondern auch heitere Anekdoten und Geschichten, die sich in und um die Kaserne ereigneten. „Aus genau diesem Grund haben wir uns nach einigem Nachdenken auch für den Titel "50 Jahre Luftwaffenstandort Erndtebrück. Geschichte und Geschichten" entschieden“, fügt Jan-Henrik Koßmann hinzu. Der studierte Betriebswirt unterstützte Hauck seit Ende 2014 bei dem Projekt und vertrat ihn während dessen Elternzeit. Ein gutes Team, denn die beiden kennen sich bereits seit der Offizierschule, die sie im selben Hörsaal absolvierten. „Wenn ich sage, dass wir schon gemeinsam im Dreck gelegen haben, ist das durchaus wörtlich zu verstehen“, schmunzelt Koßmann.

Dank für 50 Jahre freundliches Für- und Miteinander

Trotzdem gestaltete sich die Arbeit mit dem Näherrücken des Abgabetermins bei der Druckerei zunehmend schwieriger. So galt es nicht nur, selbst zu forschen und eigene Texte zu verfassen, sondern auch die Zuarbeit der Gastautoren zu koordinieren und die zahlreichen weiteren Aufträge abzuschließen. Erschwert wurde der Arbeitsprozess außerdem durch mehre notwendige Umzüge des Redaktionsbüros mitsamt dem inzwischen aufgebauten Archiv sowie durch mehrmonatige Lehrgänge, welche die Projektoffiziere zu absolvieren hatten. Daher waren auch die Weihnachtsferien für Hauck und Koßmann eher kurz. „Dass wir die Schrift aber nun endlich in den Händen halten, entschädigt für vieles“, so Hauck. Auch Oberstleutnant Hoffmann ist von dem Ergebnis äußerst angetan: „Mit der Festschrift geben wir unseren Soldaten, Ehemaligen, aber auch allen interessierten Bürgern die Möglichkeit, in die gemeinsame Geschichte und Gegenwart der Luftwaffe in Erndtebrück einzutauchen. Sie ist darüber hinaus auch ein Zeichen des Dankes für 50 Jahre des freundlichen Für- und Miteinanders in der Region.“

Die Hauptlieferung von 2500 Exemplaren ist von der Bundesdruckerei für die dritte Aprilwoche angekündigt worden. Sofern der Termin gehalten wird, werden die ersten Jubiläumsschriften bereits anlässlich des Großen Zapfenstreichs am 28. April verfügbar sein. Die Abgabe jeweils eines Exemplars ist kostenlos, jedoch wird um Spenden gebeten, die dem Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe zugutekommen werden.

Autor/in: Luftwaffe/ Peter Hanke