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01.08.2018

Gemeinsamer Kriegsgräbereinsatz

Erndtebrücker Soldaten und Reservisten aus Südwestfalen pflegen Soldatenfriedhof im Elsass

Erndtebrück / Cerney. Soldaten des Einsatzführungsbereichs 2 aus Erndtebrück und Brakel-Auenhausen, Reservisten der Kreisgruppe Südwestfalen des Verbandes der Reservisten und ein aktiver Soldat aus Siegburg führten kürzlich einen Pflegeeinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof Cernay im Elsass durch. Geleitet wurde die gemeinsame Aktion zum wiederholten Mal von Stabsfeldwebel Erhard Lauber, selbst aktiver Soldat am Standort Erndtebrück und Geschäftsführer des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für das Wittgensteiner Land.

Letzte Ruhestätte für die Opfer der verlustreichen Kämpfe um den Hartmannsweilerkopf

Etwa 35 Kilometer südlich von Colmar liegt Cernay. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Cernay ruhen 7.085 deutsche Gefallene des Ersten Weltkrieges. Etwa sechs Kilometer nördlich von Cernay liegt der im Ersten Weltkrieg, besonders im Jahre 1915, hart umkämpfte Hartmannsweilerkopf. Bei den Kämpfen fielen rund 10.000 Soldaten. Die französischen Toten wurden zum französischen Nationalfriedhof Silberloch, die deutschen Toten zum deutschen Soldatenfriedhof Cernay überführt. Ebenfalls fanden hier zahlreiche deutsche Kriegsgefangene, die im südfranzösischen Raum in der Zeit zwischen 1914 bis 1920 verstorben waren, sowie ca. 1.500 Gefallene des 2. Weltkriegs ihre letzte Ruhestätte. Der Friedhof wurde Anfang der 80er Jahre neugestaltet. Es wurden neue Grabzeichen aus Metall, ein Eingangsgebäude mit Besucherraum sowie ein Pflegegebäude errichtet.

Renovierung der Grabkreuze

Zu den Aufgaben der acht aktiven Soldaten und zwei Reservisten gehörte die Renovierung dieser Grabkreuze. Die Grabkreuze aus Aluminiumguss wurden von Hand abgeschliffen, gereinigt und anschließend mit schwarzer Lackfarbe neu angestrichen. Zusätzlich wurden die im Boden eingelassenen Betonsockel der Grabkreuze vom Moos und Gras befreit. Insgesamt konnte das zehnköpfige Arbeitsteam 1.237 Grabkreuze neu lackieren. Weitere 423 Kreuze wurden zusätzlich abgeschliffen und für ein nachfolgendes Arbeitskommando vorbereitet. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Grab eines Gefallenen aus der heimischen Region. Der aus Feudingen stammende Albert Sonneborn ist hier bestattet, dessen Grabkreuz ebenfalls wieder auf Vordermann gebracht wurde.

Auszeichnung für langjähriges Engagement

Eine besondere Ehre wurde zwei Mitgliedern des Arbeitskommandos zu Teil. Während ihres Einsatzes in Cernay wurden sie durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Hauptgefreiter der Reserve Peter Stache erhielt die goldene, Stabsunteroffizier Kai Helwig die silberne Verdienstnadel des Volksbundes. Während ihres Arbeitseinsatzes waren die fleißigen Helfer in einer Kaserne des 152. Infanterieregimentes der französischen Armee in Colmar untergebracht. Dieses Regiment war ebenfalls in die Kämpfe um den Hartmannsweilerkopf verwickelt und ist seit 1919 in Colmar beheimatet. Von diesem Stützpunkt aus wurden neben dem Arbeitseinsatz auch die Schauplätze der Kämpfe in den Vogesen am Hartmannsweilerkopf und dem Lingekopf besucht. Seinen Abschluss fand der Einsatz zur Unterstützung des Volksbundes mit einer Kranzniederlegung zum Gedenken an die dort bestatteten Kriegstoten und der in Auslandseinsätzen gefallenen Bundeswehrkameraden.

 

Text: Erhard Lauber / Oliver Klaas