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Wirtschaft

Girls-Day 2010

Mit Mädchen-Power im Team ein 6-Mann-Zelt aufgebaut

Es war ein erlebnisreicher Tag für über 80 Schülerinnen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein in der Erndtebrücker Hachenberg-Kaserne.

Auch der Einsatzführungsbereich 2 beteiligte sich bei der bundesweiten Aktion "Girls-Day 2010". Über 80 Schülerinnen der 8. und 9. Klassen der Realschulen Kreuztal und Erndtebrück sowie der Hauptschule Erndtebrück nahmen an der Veranstaltung teil.

Nach der Begrüßung durch Oberstabsfeldwebel Andreas Haßler im großen Saal des Unteroffizierheimes bekamen die Schülerinnen erst einmal einen kleinen Überblick darüber, was sie in den nächsten sechs Stunden erwarten wird. Oberleutnant Martin Frießnegg stellte anschließend den Einsatzführungsverband mit seinen verschiedenen Aufgaben und operationellen Einsatzmöglichkeiten vor. Frießnegg verdeutlichte den Schülerinnen den Einsatz einer so genannten "Alarmrotte", bei dem zwei Kampfflugzeuge durch den Einsatzführungsoffizier z.B. an ein im Luftraum aufgefasstes, jedoch durch die üblichen Hilfsmittel nicht identifiziertes Flugzeug geführt werden. Durch einen eindrucksvollen Film über das "Team Luftwaffe" wurde dies noch verdeutlicht.

Rundgang durch die Luftraumüberwachungszentrale

Die "Girls" wurden anschließend in fünf Gruppen aufgeteilt. In Begleitung junger Soldatinnen und Soldaten wurden sie zu den einzelnen Stationen geführt. Hierzu zählte natürlich auch ein Rundgang durch die Luftraumüberwachungszentrale, des Control and Reporting Centre (CRC) Erndtebrück. Das Identifizieren der vielen Flugzeuge im deutschen Luftraum in der Praxis wurde anschaulich durch Hauptfeldwebel Michael Birch-Hirschfeld und Oberfeldwebel Jan Seidnitzer vermittelt. Die jungen Damen waren von den vielen kleinen Symbolen auf den Bildschirmen beeindruckt.

Mit Team-Power ein 6-Mann-Zelt aufgebaut

Für den Bereich Objektschutz hatte sich Stabsfeldwebel Klaus Binner etwas ganz besonderes ausgedacht. Den Schülerinnen wurde der Anzug und das Gerät eines Kampfmittelbeseitigers erläutert. Dass jeder Soldat im Felde auch eine Zeltplane zur Verfügung hat, erfuhren die Mädchen an der nächsten Station. Stabsfeldwebel Stefan Duyck ließ alle Gruppen, natürlich mit Anleitung, ein 6-Mann-Zelt aufbauen. Wozu man im Team fähig ist, dies wurde den Schülerinnen hier recht schnell klar. Eine Gruppe schaffte es doch in relativ kurzer Zeit ein "bewohnbares" Zelt aufzubauen.

Wie transportiere ich einen Verwundeten?

"Erste Hilfe" hatten alle schon mal gehört. Doch wie transportiere ich schnell einen Menschen, wenn ich nichts zur Verfügung habe? Zur Ausrüstung der Soldaten gehört ein Dreieckstuch. Damit kann man schnell und unproblematisch mit zwei Helfern einen Menschen sitzend transportieren. Viel Spaß hatten die Mädchen beim Verbandanlegen und dem Transport von Soldaten mit der Krankentrage.

An der Station der ABC/Se-Truppführer wurde durch Oberstabsfeldwebel Andreas Beckmann den aktiv mitarbeitenden Mädchen u.a. die Ausrüstung und Bekleidung eines ABC-Abwehr- und Selbstschutztrupp in der Luftwaffe verdeutlicht.

"Ihr dürft und könnt zur Schule gehen."

Nach dem Mittagessen in der Truppenküche der Hachenberg-Kaserne lauschten alle dem Vortrag von Stabsfeldwebel Klaus Binner, der bereits mehrfach im Auslandseinsatz war.

"Ihr habt hier in Deutschland ein Privileg. Ihr dürft und könnt zur Schule gehen. Viele Mädchen in Afghanistan dürfen und können nicht in eine Schule. Sie freuen sich schon über ein Heft und einen Stift", so Binner während seines Vortrages. Beeindruckende Bilder von den kargen, aber dennoch schönen Landschaften in Afghanistan rundeten den Vortrag ab.

Vom normalen Kasernenalltag bis zu den möglichen extremen Einsatzsituationen erhielten die Mädchen einen Eindruck. Einige von ihnen werden schon bald die Schule verlassen und müssen sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Hier verdeutlichte der Wehrdienstberater, Hauptfeldwebel Carsten Schneider, dass man mit einem guten Realschulabschluss bei der Bundeswehr so einiges erreichen kann. Aber man sollte auch wissen, was auf einen zukommen kann, etwa die Auslandseinsätze.

"Es war ein sehr erlebnisreicher Tag"

Alle Beteiligten, auch die Soldatinnen und Soldaten waren sich am Ende einig, dass es eine sehr schöne Veranstaltung war. "Es war ein sehr erlebnisreicher Tag für die Mädchen und wir werden gerne wieder kommen", so die Realschullehrerinnen aus Erndtebrück, Ariane Klein und Anna Müller.

Oberleutnant Martin Frießnegg (r.) erklärt den Schülern die Arbeit in der Luftraumüberwachungszentrale.
Oberleutnant Martin Frießnegg (r.) erklärt den Schülern die Arbeit in der Luftraumüberwachungszentrale

Oberstabsfeldwebel Andreas Beckmann erklärt die Handhabung einer ABC-Schutzmaske
Oberstabsfeldwebel Andreas Beckmann erklärt die Handhabung einer ABC-Schutzmaske

Die Mädchen hatten viel Spaß. Auch die Lehrerin Melanie Stein (2.v.l.) ließ es sich nicht nehmen einen ABC-Schutzanzug anzuziehen
Die Mädchen hatten viel Spaß. Auch die Lehrerin Melanie Stein (2.v.l.) ließ es sich nicht nehmen einen ABC-Schutzanzug anzuziehen

Nach erfolgreicher Versorgung erklärt Feldwebel Daniela Klaue den Transport
Nach erfolgreicher Versorgung erklärt Feldwebel Daniela Klaue den Transport

Transport eines Verletzten. Alle packen mit an
Transport eines Verletzten. Alle packen mit an

Text: Oberstabsfeldwebel Andreas Haßler
Bilder: Oberstabsfeldwebel Andreas Haßler