Kriegsgräbereinsatz in Frankreich
Diese Geste soll bekunden, dass all die Männer, Frauen und Kinder, die den Bombenangriffen auf Erndtebrück zum Opfer fielen, nicht vergessen sind. Es soll Nähe dokumentieren und vor Augen halten, was damals für ein unsagbares Leid über diese Menschen und ihre Familien hereinbrach.
Am 10. März 1945 fand der schwerste Bombenangriff auf Erndtebrück statt. An diesem Tag waren 86 Tote zu beklagen. Bei den Bombenangriffen am 16. Dezember 1944 kamen 6 Menschen und am 22. Februar 1945 14 Menschen ums Leben.
Jeder Einzelne von ihnen hätte ein Recht auf weiteres Leben gehabt. Jeder Einzelne von ihnen verlangt von uns daher auch, Gewaltherrschaft abzuwehren und Zivilcourage und Toleranz zu üben.
Krieg, Inbegriff von Tod, Verderben und Gewaltherrschaft, hatte vor 65 Jahren auch die Erndtebrücker erleben lassen, wie ohnmächtig sie der Barbarei ausgesetzt waren.
Jedes einzelne Opfer, das wir in unsere Gedanken einschließen, ist eine Mahnung gegen das Vergessen. Wer zu vergessen beginnt, der kann aus der Geschichte nichts gelernt haben. Er gerät erneut in den Teufelskreis von Unrecht, Krieg und Gewalt.
Wir dürfen keinen Schlussstrich unter Trauer und Erinnerung ziehen. Wir brauchen den Blick zurück, damit uns jetzt und auch in Zukunft die Sensibilität für das erlebte unsagbare Unglück eines Krieges nicht verloren geht.

