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Neue Gedenkentafel bei der Kriegsgräberstätte

Vertreter der Gemeinde Erndtebrück, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Bundeswehr weihten die neue Legendentafel auf dem Friedhof Ederfeld ein.

Erinnerungen an Krieg, an Schmerz, an Trauer und vor allem an die zahlreichen Schicksale der Menschen, die durch den Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren, sollen wachgehalten werden.

Das ist das Ziel der erneuerten Legendentafel auf der Kriegsgräberstätte des Evangelischen Friedhofes Ederfeld. "Der Zweite Weltkrieg gehöre zwar bereits seit mehr als sechs Jahrzehnten der Vergangenheit an, doch die schmerzlichen Wunden, die er hinterließ, dürfen nicht in Vergessenheit geraten", so der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück, Klaus Krüger.

Am Mittwoch, den 9. Oktober, wurde das "Projekt Legendentafel", das in enger Zusammenarbeit mit dem Innenministerium realisiert wurde, auf der seit 1952 eingeweihten Kriegsgräberstätte in Erndtebrück enthüllt. Wolfgang Held vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betonte dabei die Aussagekraft der Tafel, die auch Besucher des privaten Friedhofes anregen soll, sich an die Opfer der Kämpfe um Erndtebrück und die der Bombenangriffe in 1944 und 1945 zu erinnern. 110 Männer, Frauen und Kinder, Soldaten, Zivilbürger und Fremdarbeiter haben dabei ihr Leben verloren.

Die ersten Opfer gab es nach einem Angriff alliierter Jagdbomber auf den Bahnhof im Dezember 1944. Bei Bombenangriffen im Februar und März 1945 kamen insgesamt 85 Menschen ums Leben, darunter auch 13 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.

Bereits im Jahr 2000 wurde auf der Kriegsgräberstätte eine Tafel angebracht, die jedoch nicht witterungsbeständig und daher nach nunmehr acht Jahren unleserlich war. Für die Herstellung der neuen Legendentafel konnten aufgrund der Finanzierung des Innenministeriums hochwertigere Materialien verwendet werden, die der Witterung mindestens zehn Jahre stand halten sollen. Denn die Erinnerungen sollen wachgehalten werden.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge initiiert seit 1985 das "Projekt Legendentafel", mittlerweile gibt es Tafeln an 72 Orten in Nordrhein-Westfalen. Sie sollen als "Mahnstätten zum Frieden" dienen und das Interesse der Bevölkerung, vor allem junger Menschen, an Kriegsgräberfürsorge wecken.

Neben der Legendentafel steht ein Gedenkstein auf der Kriegsgräberstätte, der an dieüber 230 Bürgerinnen und Bürger Erndtebrücks erinnern soll, die an verschiedenen Fronten des Zweiten Weltkrieges gefallen sind und deren Gräber weltweit verstreut liegen.

Dieser Gedenkstein und die neue Legendentafel sollen Anregung sein, denn, so Wolfgang Held abschließend, "wir müssen lernen uns zu erinnern, damit wir nicht vergessen".

Bilder: Andreas Haßler