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Wirtschaft

Die Luftwaffe vor Ort in Erndtebrück

Sicherheit - 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche

Über Erndtebrück auf dem 685 Meter hohen Ebschloh ist schon von weitem eine große Kuppel sichtbar. Ein überdimensionaler Tischtennisball, der mitten im Wald steht und diesen überragt. Unter der Kuppel befindet sich eine riesige Radarantenne, mit einer Größe von 6 x 16 Metern. Mit ihr können die Soldaten des Einsatzführungsbereich 2 auch weit entfernte Flugobjekte erfassen. Gemeinsam mit den weiteren über der Bundesrepublik Deutschland verteilten Radarstationen, bildet das Erndtebrücker Radar einen Verbund, der neben den zivilen Flugkontrollorganen, rund um die Uhr  7 Tage die Woche  den Luftraumüber der Bundesrepublik Deutschland überwacht.

Im Mittelpunkt des Auftrages steht der Betrieb der Radarflugmelde- und Leitzentrale, in der Einsatzsprache Control and Reporting Center (kurz CRC) genannt. Hier werden die mit dem Radar erfassten Flugobjekte ausgewertet und identifiziert, also ein Lagebild des Luftraumes erstellt, das durch handelsübliche Computer auf den Bildschirm gebracht wird. Darüber hinaus ist der Verband als zentrale Ausbildungsstätte für die lehrgangsgebundene operationelle und teilweise technische Ausbildung des gesamten Einsatzführungsdienst der Luftwaffe verantwortlich. Seit 1970 wurden auf dem Hachenberg etwa 900 Lehrgänge durchgeführt, dabei sind weit mehr als 8000 Lehrgangsteilnehmer für Aufgaben im Einsatzführungsdienst ausgebildet worden.

Bis Ende der 90er Jahre fand die Luftraumüberwachung noch aus dem unterirdischen  Gefechtsführungsbunker Erich statt, der aus Brandschutzgründen geschlossen werden musste. Der Einsatzbetrieb wurde in die Hachenberg-Kaserne verlegt. Mit viel Kreativität, Einfallsreichtum und der Hoffnung, dass sich diese Verhältnisse einmal ändern werden, hat das Personal  in Uniform oder Zivil  diese Zeit des Übergangs gemeistert. Nachdem Ende August der erste Spatenstich für das neue Einsatzgebäude erfolgte, wurde auch eine endgültige Planungssicherheit für die Menschen auf dem Hachenberg geschaffen. Ab 2010 soll der Einsatzbetrieb aus dem neuen Gebäude  aufgenommen werden.

Durch geänderte politische Rahmenbedingungen und Strukturänderungen innerhalb der Luftwaffe werden zukünftig nur noch drei Einsatzführungsbereiche die Aufgaben der Luftraumüberwachung in Deutschland übernehmen. Diese Bereiche waren bislang immer ortsgebunden. Das änderte sich mit der Übernahme des Deployable Control and Reporting Center (DCRC). Diese verlegefähige Komponente gehört zum Einsatzführungsbereich 3 in Holzdorf/Schönewalde. Das DCRC erlaubt es der Luftwaffe, zukünftig Luftstreitkräfte in multinationalen und teilstreitkraftgemeinsamen Operationen nach Verlegung in einen beliebigen Einsatzraum taktisch zu führen.

Da der Luftraum über der Bundesrepublik Deutschland immer stärker ausgelastet ist und die Sicherheit im Luftraum an Bedeutung zunimmt, wachsen auch die Aufgaben des Einsatzführungsbereich 2. Zu den bereits vorhandenen Großraum-Radargeräten auf dem Ebschloh, in Marienbaum am Niederrhein und Auenhausen bei Höxter werden dem Einsatzführungsbereich 2 die derzeit zum aufzulösenden Einsatzführungsbereich 4 in Aurich zugeordneten Radarstellungen in Norddeutschland unterstellt. Im Zuge dessen wird der Verband auch personell aufwachsen.

Weitere positive Auswirkungen auf den Standort Erndtebrück haben die Anpassungen der Luftwaffe in der Einsatzlogistik. Das Programmierzentrum der Luftwaffe für Luftverteidigung in Erndtebrück wird ebenso wie das Programmierzentrum der Luftwaffe für Führungsinformationssysteme in Birkenfeld aufgelöst. In Erndtebrück wird einSystemunterstützungszentrum Führungssysteme neu aufgestellt. Im Vergleich zu heute wird die neue Dienststelle einen Personalumfang von ca. 100 zusätzlichen Dienstposten für hoch qualifiziertes Personal aufweisen.

Der Name Hachenberg-Kaserne ist in mehr als 40 Jahren zu einem Begriff im Wittgensteiner Land und weit darüber hinaus geworden und wird zu Recht als Mutterhaus des Einsatzführungsdienstesbezeichnet. Erfreulich ist auch das über Jahre gewachsene, überaus gute Verhältnis zwischen den Erndtebrücker Bürgern und den Soldaten.

Die dynamische Entwicklung des Einsatzführungsdienstes der Luftwaffe prägt die Arbeit der am Standort stationierten Dienststellen und stellt diese vor immer neue Herausforderungen. Die Überwachung des Luftraumes ist nach wie vor von zentraler Bedeutung, wie z.B. die Ereignisse vom 11. September 2001 in den USA auf tragische Weise zeigten. Die Soldatinnen und Soldaten sowie das zivile Personal der Hachenberg-Kaserne tragen maßgeblich durch eine ständige Einsatzbereitschaft und schnelle Reaktionsfähigkeit zur Sicherheit unseres Landes und der NATO bei. Die zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen im Team Luftwaffe zu meistern, ist das gemeinsame Ziel des Einsatzführungsdienstes.

Text: Andreas Haßler

Luftaufnahmen Radar auf dem Hachenberg

Luftaufnahme des Radars auf dem Ebschloh: Andreas Haßler


 

Wappen Einsatzführungsbereich 2
Wappen Gemeinde Erndtebrück
Luftwaffenstandorte in der Bundesrepulik Deutschland

Quelle: Luftwaffe

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